Universität Bayreuth

Chiara Thanner, CURIA lead and intrapreneuer

Veröffentlicht in Uni Bayreuth von Sandra Kubera.

Bayreuther Alumna Chiara Thanner leitete die Entwicklung der App Curia. Die App soll Krebspatienten Antworten auf häufige Fragen liefern. Sie stellt Informationen zu Behandlungsoptionen, klinischen Studien und Experten zur Verfügung. Patienten haben darüber hinaus die Möglichkeit, sich direkt über die App für klinische Studien zu bewerben. So entsteht eine wichtige Brücke zwischen Patienten, die auf der Suche nach klinischen Studien sind, und der Pharmaindustrie, die bei vielen Studien mit mangelnder Patientenanzahl zu kämpfen hat. Curia öffnet damit neue Möglichkeiten medizinischer Information, Kommunikation und Zusammenarbeit. Die App hat bereits 14 internationale Botschafter, bestehend aus Patienten und Angehörigen sowie Partnerschaften mit renommierten Organisationen.

Was ist die Vision von Curia und wie sehen die nächsten Schritte aus?

Mit der App Curia wollen wir die Art und Weise wie Krebspatienten Informationen erhalten revolutionieren. Curia beantwortet drei zentrale Fragen, die viele von ihnen im Rahmen ihrer Diagnose wissen wollen. Der Patient beantwortet einen Fragebogen zu seiner Diagnose und erhält daraufhin aktuelle Therapieoptionen in Europa und den USA, klinische Studien und Therapie-Experten. Unser Ziel ist es, dass jeder Patient umfassend informiert und aufgeklärt in die vielleicht wichtigste Besprechung seines Lebens geht.

Unlike conventional methods, the app format allows us to show newly approved therapies and studies directly in the app. AI helps to keep the app always up to date. Currently, CURIA includes 10 cancer types, which are constantly being expanded. We will also be expanding into the USA in the
near future. Here, we have already established important partnerships with cancer foundations. In addition, most of our international ambassadors live there, helping us to further our mission.

Was können Sie aus Ihren Erfahrungen die Gründung betreffend an Interessierte (Studierende) weitergeben?

I was given the opportunity to launch CURIA as an intrapreneur from an existing company. It felt like a start-up, without question a lot of heart and soul went into CURIA, especially during the launch 4 weeks ago. What helped me most were the first years of my professional life at EY and Goldman Sachs, as I learned an incredible amount in the area of project management, which now helps me to lead a successful team and build structures and processes in a meaningful way. I would advise students to read as much as possible – “Good readers make great leaders.” Be it management, product development, team leadership, there are an incredible amount of great blogs, books and courses that you can use to further your education. It’s certainly a way to save yourself some bad experiences.

Was war das ausschlaggebende Ereignis für die Gründungsidee?

Was mich besonders bewegt hat waren die zahlreichen Patienten, denen wir anfangs als Einzelfall mit künstlicher Intelligenz helfen konnten. Diese Einzelfälle haben mich und das Team dazu inspiriert die Technologie allen Patienten zugänglich zu machen. Auf Basis dieser Technologie kann Curia Informationen aus tausenden verschiedenen Quellen nahe Echtzeit in einer App zusammenbringen. Das heißt Patienten sehen direkt wenn neue Therapien zugelassen werden oder neue klinische Studien verfügbar sind. Zusammengefasst haben wir aus den einzelnen Bedarfsfällen ein Produkt und eine Vision entwickelt.

Wie hilfreich war/ist ein Netzwerk für ihre Gründung?

Especially in the start-up process, the one right contact can make the difference between success and failure. I am still surprised at the great paths that continually open up for me, because acquaintances in my network connect me with interesting contacts or organisations or companies. A network has so many advantages – you can also use it very well for feedback and advice.

Wie verlief der Prozess ein Startup/Projekt aus einem Unternehmen heraus zu gründen?

Es war sehr hilfreich, dass ich direkt ein Team zur Verfügung hatte, mit dem Curia entwickelt werden konnte. Das Team besteht aus erstklassigen Entwicklern, die in enger Zusammenarbeit mit unseren Ärzten einen perfekten Mix aus Tech und Medical ergeben. Da Curia den B2C Markt anspricht, standen wir vor vielen neuen Herausforderungen, die ich so aus dem B2B Markt nicht kannte. Ein riesiger Vorteil ein Projekt aus einem Unternehmen heraus zu gründen ist natürlich die finanzielle Stabilität.

Ist es Ihrer Meinung nach einfacher, alleine zu gründen oder doch lieber im Team?

Basically, you shouldn’t be discouraged from founding something if you have a great idea. However, being in a team gives you a huge advantage in my opinion, as you can combine different areas of expertise. You have to imagine that you’re starting from scratch with everything – from the colour palettes for logos, to legal issues, to presentations of the start-up at trade fairs and congresses.

What services offered by the university have helped you – what else would you have liked?

I think the campus and university life in general invited me to make many contacts, especially student contacts – these students are now in interesting roles and are also a valuable part of my network.

In den letzten Jahren hat sich nochmals einiges im Bereich Entrepreneurship an der Uni Bayreuth entwickelt und ich finde die Angebote, die den Studierenden zur Verfügung stehen, wie das Gründerforum Bayreuth sehr hilfreich, da sie dafür sorgen, dass man das richtige Netzwerk und Know-how zum Gründen bekommt. Ich hätte mir gewünscht, dass diese Angebote zu meiner Zeit vor einigen Jahren den Studierenden stärker näher gebracht worden wären.

Basically, the education at the University of Bayreuth, as the engine of innovation of Upper Franconia, gave me the right tools – sometimes I actually still open the scripts from Professor Schäfer or Professor Olbricht. Looking back, I am very proud to have studied at the University of Bayreuth and can recommend it to everyone as a top university.